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FREEMING
Mit einem Freund.
Auf Augenhöhe.
Freeming mit einem Freund
Ein kleines großes Geschenk.
Ein Freundschaftsdienst deluxe.
Nicht käuflich. Nur schenkbar:
Zeit. Aufmerksamkeit. Vertrauen.
Ohne Ratschläge.
Ohne Optimierungsdrang.
Ohne Punkteliste am Ende 😉
Freeming ist kein besonderer Dialog –
sondern ein anders gesetzter Rahmen.
Der große Unterschied zu einem normalen Gespräch ist ganz simpel:
Wir machen uns vorher (ungefähr) aus,
wie lange einer sprechen darf
und wie lange der andere zuhört
und – wenn gewünscht – interessierte Fragen stellt.
Und ja:
Es macht einen riesigen Unterschied,
ob Du eine Minute,
fünf Minuten
oder vielleicht sogar eine halbe Stunde
einfach reden darfst.
Am Anfang fühlt sich das oft ungewohnt an.
Fast ein bisschen zu viel Raum.
Mit der Zeit merkt man:
Oh … das tut gut.
Und Achtung:
Das kann tatsächlich ein bisschen süchtig machen 😉
Vielleicht ist das Schönste daran:
Man geht nicht klüger nach Hause.
Sondern verbundener.
Und das ist doch schön, oder? 💛
1. Begegnung auf Augenhöhe
Begegnung auf Augenhöhe heißt zuerst einmal etwas ganz Einfaches –
und gleichzeitig etwas sehr Mutiges:
Zwei Menschen treffen einander als Menschen.
Nicht als der eine, der "es schon verstanden hat",
und der andere, der noch "auf dem Weg" ist.
Nicht als der Wissende und der Suchende.
Sondern als zwei Menschen, die beide unterwegs sind.
Beide haben verwirrende Gedanken.
Gedanken, die verrückt wirken können.
Gedanken, für die man sich schämt.
Gedanken, die manchmal sogar Angst machen.
Gedanken, die man sich selbst kaum zu Ende denken wagt.
Und genau das ist der gemeinsame Boden.
Begegnung auf Augenhöhe heißt:
Ich gehe nicht davon aus,
dass meine Gedanken ordentlicher, reifer oder richtiger sind
als deine.
Ich weiß nur: Sie sind anders.
Und ich weiß auch:
Deine Gedanken dürfen genauso widersprüchlich sein wie meine.
Menschen, die echtes Interesse am anderen haben.
Nicht aus Neugier,
sondern aus Wertschätzung.
Menschen, die es schön finden,
wenn Vertrauen entsteht –
und die sich dieses Vertrauen gegenseitig schenken wollen.
Begegnung auf Augenhöhe heißt auch:
Ich muss dich nicht beeindrucken.
Und du mich nicht.
Ich darf stocken.
Ich darf einen Satz abbrechen.
Ich darf sagen:
"Ich weiß gerade selbst nicht, was ich da denke."
Und du darfst einfach da sein.
Nicht mit Antworten.
Nicht mit Lösungen.
Sondern mit Präsenz.
Vielleicht ist genau das der Kern von Freeming unter Freunden:
Dass wir einander nicht begegnen,
um besser zu werden –
sondern um ehrlicher zu sein.
Und dass wir spüren:
Ich bin nicht allein mit meinen Gedanken.
2. Vertraulichkeit – Gedanken bleiben im Raum
Freeming lebt von Vertrauen.
Und Vertrauen braucht Vertraulichkeit.
Manche Gedanken sind besonders heikel.
So heikel, dass man den anderen ganz bewusst bittet:
"Das, was ich jetzt ausspreche, soll wirklich niemand sonst erfahren."
In diesem Moment darf der andere klar antworten:
"Ja, das verspreche ich dir."
Oder ebenso klar:
"Es tut mir leid, aber solche Gedanken möchte ich nicht hören."
Beides ist erlaubt.
Beides schützt.
Wenn der andere "Nein" sagt,
werden diese Gedanken nicht ausgesprochen.
Nicht aus Ablehnung,
sondern aus Respekt –
für beide Seiten.
Vertraulichkeit im Freeming heißt also nicht:
Alles muss gesagt werden.
Sondern:
Alles, was gesagt wird, bleibt im Raum des Vertrauens
und wird achtsam und respektvoll behandelt.
3. Der Freemigo – Tempo, Richtung und Pausen gehören dir
Der Freemigo ist der Mensch,
der spricht.
Und ganz wichtig:
Der Freemigo ist nicht dafür zuständig,
klug zu klingen, spannend zu sein
oder seine Gedanken ordentlich zu sortieren.
Der Freemigo darf das Tempo bestimmen.
Schnell.
Langsam.
Oder mit vielen Pausen dazwischen.
Er darf auch bestimmen,
ob der Auramigo gerade etwas sagen darf –
oder lieber nicht.
Vor allem zu Beginn von Freeming ist das sehr wertvoll.
Nicht, weil Worte schlecht wären.
Sondern weil wir alle wissen:
Worte können verletzen.
Und Worte können – auch unabsichtlich – Druck aufbauen.
Darum darf der Freemigo ganz entspannt sagen:
"Bitte hör mir einfach nur zu."
"Ich möchte gerade keine Fragen."
"Ich sag dir Bescheid, wenn du etwas sagen darfst."
Das ist kein Machtspiel.
Das ist gesunde Selbstfürsorge.
Der Freemigo darf Gedankengänge abbrechen.
Er darf den Faden verlieren.
Er darf sagen:
"Ich weiß gerade selbst nicht, was ich da denke."
Und das ist vollkommen in Ordnung.
Freemigo sein heißt nicht,
alles auszusprechen zu müssen.
Sondern zu wissen:
Ich darf.
Und genau dieses Wissen
macht Freeming so leicht.
4. Der Auramigo – Präsenz statt Perfektion
Der Auramigo ist der Mensch,
der gerade zuhört.
Und Zuhören ist hier keine Technik.
Es ist eine Haltung.
Der Auramigo versucht nicht,
schon während des Zuhörens zu überlegen,
"Was könnte ich jetzt darauf sagen?"
oder
"Was wäre ein guter Gedanke dazu?"
Er ist einfach da.
Mit Aufmerksamkeit.
Mit Präsenz.
Mit echtem Interesse.
Und ganz wichtig:
Der Auramigo darf gnädig mit sich selbst sein.
Du musst dir nicht alles merken.
Überhaupt nicht.
Es ist vollkommen in Ordnung,
wenn deine Gedanken zwischendurch abschweifen.
Das macht dich nicht zu einem schlechten Zuhörer,
sondern zu einem Menschen.
Wenn der Freemigo dich später fragt:
"Was sind deine Gedanken dazu?"
darfst du ganz ehrlich sagen:
-
"Ich war gerade kurz woanders – kannst du mir das Wesentliche noch einmal sagen?"
-
"Magst du deinen Gedanken noch einmal zusammenfassen?"
Das ist kein Mangel.
Das ist ein Geschenk.
Denn dadurch darf der Freemigo
seinen Gedankengang noch einmal verdichten
und spüren:
Das hier ist mir wirklich wichtig.
Und noch etwas sehr Entlastendes:
Der Freemigo darf sich wiederholen.
Oft.
Auch mehrmals.
Der Auramigo denkt dann nicht:
"Das habe ich doch schon gehört."
Sondern:
"Aha – das scheint noch nicht fertig zu sein."
Sehr wahrscheinlich wirst du als Auramigo merken,
dass in dir Impulse auftauchen.
Gedanken.
Ideen.
Antworten.
Nimm sie wahr.
Leg sie innerlich kurz zur Seite.
Du musst nichts davon festhalten.
Und wenn du später merkst,
dass dir gerade nichts Kluges einfällt,
dann ist auch das vollkommen okay.
Freeming braucht keine klugen Antworten.
Es braucht echtes Dasein.
Der Auramigo ist kein Analytiker.
Kein Kommentator.
Kein Reparateur.
Er ist ein Mensch,
der da ist.
Und das ist mehr als genug.
5. Alles darf da sein – auch das Belanglose
Freeming beginnt nicht dort,
wo es "tief" oder "bedeutend" wird.
Es darf ganz banal anfangen.
Mit dem Wetter.
Mit Sport.
Mit Politik.
Mit etwas, das dich gerade beschäftigt –
oder auch einfach nur beschäftigt hat.
Genau das ist sogar sehr wertvoll.
Denn zuerst darf man sich daran gewöhnen,
wie sich das anfühlt,
wenn ein anderer Mensch wirklich zuhört.
Nicht nebenbei.
Nicht mit dem nächsten Gedanken im Kopf.
Sondern ganz da.
Du darfst sagen,
was du sagen möchtest.
So, wie es kommt.
Unsortiert.
Unperfekt.
Und der andere Mensch sitzt da
und hört dir einfach zu.
Ohne zu bewerten.
Ohne zu korrigieren.
Ohne zu kommentieren.
In diesem Raum brauchst du nie, nie, nie
ein schlechtes Gewissen zu haben.
Nicht für die Länge deiner Gedanken.
Nicht für ihre Belanglosigkeit.
Nicht dafür, dass du gerade viel erzählst.
Du mutest dem anderen nichts zu.
Er schenkt dir diesen Raum – freiwillig.
Und genau aus dieser Leichtigkeit
kann dann,
wenn Du dafür bereit bist (!!!),
Tiefe entstehen.
6. Stopp – ein Recht für beide
Freeming ist freiwillig.
Und genau deshalb braucht es ein klares Stopp.
Beide dürfen jederzeit Stopp sagen.
Ohne Erklärung.
Ohne Rechtfertigung.
Ohne schlechtes Gewissen.
Du als Freemigo
Du darfst Stopp sagen,
wenn du merkst:
Das möchte ich jetzt nicht mehr erzählen.
Du darfst Stopp sagen,
wenn eine Frage auftaucht,
die du nicht beantworten möchtest.
Du darfst Stopp sagen,
wenn ein Gedanke zwar da ist,
aber noch nicht ausgesprochen werden will.
Ein Stopp heißt nicht,
dass etwas falsch war.
Es heißt nur:
Jetzt gerade nicht.
Du als Auramigo darfst
Auch Du darfst jederzeit Stopp sagen,
wenn Du merkst:
Diese Gedanken möchte ich nicht hören.
Wenn etwas in Dir Druck auslöst.
Wenn es zu viel wird.
Wenn es sich innerlich nicht stimmig anfühlt.
Dieses Stopp ist kein Ablehnen des anderen.
Es ist ein Ja zu dir selbst.
Und genau das macht Freeming sicher.
Was nach einem Stopp passiert
Nach einem Stopp wird nicht diskutiert.
Nicht erklärt.
Nicht analysiert.
Es wird innegehalten.
Vielleicht kurz geatmet.
Und gemeinsam geschaut:
-
Wollen wir anders weitermachen?
-
Oder ist es für diesen Moment genug?
Beides ist richtig.
Beides ist Freeming.
Ein echtes Stopp schützt beide.
Und genau deshalb darf es jederzeit da sein.
Freeming funktioniert nicht trotz Stopp.
Sondern wegen Stopp.
7. Fragen im Freeming – Einladung statt Verhör ;-)
Wenn Fragen auftauchen,
dann nicht aus Drängen heraus
und nicht aus bloßer Neugier.
Sondern aus echtem Interesse.
Eine Frage im Freeming sagt leise:
"Deine Geschichte berührt mich."
"Ich bin da."
Der Freemigo darf jederzeit entscheiden,
ob Fragen gerade gut tun
oder ob er einfach weiter erzählen möchte.
Und er darf jede Frage offen lassen.
Ohne Erklärung.
Ohne Rechtfertigung.
Besonders wohltuend sind offene Fragen.
Fragen, die Raum lassen.
Fragen ohne richtig oder falsch.
Sie wollen nichts festhalten
und nichts erzwingen.
Sie laden ein.
Mit wachsender Erfahrung entsteht Vertrauen –
in den Moment,
in das Gegenüber
und in die eigene Intuition.
Und manchmal ist die beste Frage
einfach:
Stille. 😊
8. Abschluss – beschenkt auseinandergehen
Am Ende von Freeming soll niemand
mit einem offenen Gefühl zurückbleiben.
Kein "Ich bin dir noch etwas schuldig".
Kein "Das war jetzt einseitig".
Beide dürfen sich beschenkt fühlen.
Der Auramigo fühlt sich beschenkt,
weil ihm etwas sehr Kostbares geschenkt wurde:
Vertrauen.
Ein Mensch hat ihm Gedanken anvertraut,
die nicht selbstverständlich sind.
Der Freemigo fühlt sich beschenkt,
weil ihm ein Mensch gegenüber saß,
der echtes Interesse gezeigt hat.
Der da war.
Der zugehört hat.
Ohne Bewertung.
Ohne Belehrung.
So gehen beide mit einem guten Gefühl nach Hause:
Ich habe gegeben.
Ich habe empfangen.
Gleichwertig.
Vielleicht bleibt sogar der leise Gedanke:
Das war eine richtig schöne Begegnung.
Und dann – ganz entspannt, ohne Pflicht –
dürfen die Rollen natürlich auch getauscht werden. 😉
Oder auch nicht.
Freeming kann vieles.
Aber vor allem darf es leicht sein.
